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26.02.2018 20:15 Alter: 286 days

Tempo, Kreativität und Kochkunst zählen

Rudolf-Achenbach-Preis: Regionalentscheid bei der Suche nach dem besten Nachwuchskoch Deutschlands


Katrin Achenbach kürte die Sieger, rechts Michael Klutt, Landesvorsitzender der Verband der Köche Deutschlands e.V. Vorn die Bestplatzierten (v.l.) Piyatida Soennecken, Aljoscha Knoblich und Mika Kersting.

Von Maren Reese-Winne

CUXHAVEN. Seit 44 Jahren wird mit dem Kochwettbewerb um den Rudolf-Achenbach-Preis jährlich der beste Nachwuchskoch Deutschlands gesucht. 1994 landete ein gewisser Tim Mälzer auf dem ersten Platz. Auf dessen Spuren und natürlich denen der 42 weiteren Siegerinnen und Sieger wandelten am Sonnabend in Cuxhaven sieben Nachwuchsköche und eine Köchin – das Ziel: die Qualifikation zum Bundesentscheid.

Morgens hatten die Theorieaufgaben schon die Köpfe zum Rauchen gebracht: Neben einem schriftlichen Teil mit Fachfragen und einer Rechenaufgabe mussten die Kandidaten zehn Produkte erkennen.

Dann folgte die Königsaufgabe: Erst um 10 Uhr erfuhren die Teilnehmer, welche Pflichtkomponenten aus einem Warenkorb sie in fünf Stunden zu einem Vier-Gänge-Menü verarbeiten mussten – Vorspeise: Seehecht (selbst zu zerlegen), Forellenkaviar; Hauptgang: Maispoularde, Süßkartoffeln; Dessert: Ananas, Mango, Nougat, Patisserie-Komponente.

Spontan Menü komponieren

Daneben stand ihnen ein erweiterter Warenkorb mit Zutaten wie Gemüse, Salaten und Kräutern, Eiern, Milchprodukten und Teigwaren zur Verfügung. Was nun damit anfangen? Blitzschnell musste ein Menü komponiert und zu Papier gebracht werden, zusammen mit einem Arbeitsplan, denn um 12 Uhr sollten sie in der Küche stehen. 

Dabei ist es nicht unwesentlich, wie genau alle Komponenten benannt werden, denn was dort steht, muss sich nachher auch auf dem Teller befinden. Unter dem Titel beispielsweise einer „Variation von ...“ bleibt hingegen Platz für spontane Umentscheidungen.

Je näher der Abend rückte und damit die Bewirtung der eingeladenen Gäste, desto mehr erhöhte sich die Schrittfrequenz und als die ersten Vorspeisenteller dem Servicepersonal – Auszubildenden des 1. Lehrjahrs aus Cuxhaven – überreicht werden sollten, flogen die Kommandos nur so durch den Raum.

Während draußen gespeist und die Schau-Teller beäugt wurden, trafen sich die Juroren hinter den Kulissen zur Beurteilung. Katrin Achenbach, die Enkelin des Namensgebers, übernahm es, das Geheimnis um die Namen der Sieger zu lüften. Dabei errang der Cuxhavener Mika Kersting (Hotel Seelust, Cuxhaven-Duhnen)  Platz 3, Piyatida Soennecken (Hotel Anders, Walsrode) kam auf Platz 2 und den Titel holte sich Aljoscha Knoblich (Restaurant Zum Alten Brauhaus, Lüneburg).

Alle drei erhielten die Einladung zur öffentlichen Generalprobe der Koch-Regionalmannschaft Niedersachsen, die Deutschland auch international vertritt, am erste Märzwochenende. Alle acht Teilnehmer wurden außerdem zu einem Probetraining für diese Regionalmannschaft eingeladen.

Zusatzinfo

Der Rudolf-Achenbach-Preis ist der Bundesjugendwettbewerb des Verbandes der Köche Deutschlands e.V. in Zusammenarbeit mit der Achenbach Delikatessen Manufaktur.

Teilnahmeberechtigt sind Nachwuchsköche bis zum Alter von 25 Jahren, sofern sie sich im letzten Ausbildungsjahr befinden.

Nach einer lokalen Vorauswahl treten die Konkurrenten und Konkurrentinnen in bundesweit neun regionalen Vorentscheiden gegeneinander an; der für Niedersachsen war am Sonnabend in Cuxhaven zu erleben.

Im Bundesentscheid wird der beste Nachwuchskoch oder die beste Nachwuchsköchin Deutschlands ermittelt.